Kühlen mit der Heizung

Wunderschöne heiße Tage im Juli 2013! Da wäre eine schön kühle Wohnung sehr erholsam, vor allem in der Nacht. Ein oder zwei Grad können wir mit unseren “Heizkörpern” kühlen, und das geht so: wir schicken 19-20 Grad kühles Wasser durch die Heizungsrohre und schon strahlen die Heizkörper Kälte ab. Wenn es denn funktioniert!! Unser ausgeklügeltes Steuerungssystem schickte manchmal plötzlich heißes Wasser durch die Leitungen. Das ist ja das letzte, was man bei der Hitze brauchen kann.

Deshalb wurde jetzt auf manuellen Betrieb umgestellt, es kommt also nur noch kaltes Wasser durch die Leitung. Also einfach Heizkörper einschalten und kühlen.

Sollte in Zukunft in der heißen Periode wieder mal heißes statt kaltes Wasser kommen, bitte ein Mail an kaputt(at)autofrei.org.

Wer es noch genauer wissen will, hier eine Klärung und Einschätzung der technischen Details von Roland:

 

Unser Sommerbetriebs-System in der Zentralheizung / Kühlung benötigt zwei Systembereiche und besitzt somit zwei unabhängige Fehlerkomplexe:

 

1) Die zentrale Steuerung und Anlieferung Wassers im Heizkreislauf vom GTE-Heizhaus im Keller der Stiege 27/1  an den Wohnungsanschluss (vor den Wärmezähler der Einzelwohnung):

Der Zentralheizungskreislauf liefert im Sommerbetrieb in dier Wohnung entweder:

-)  im „Fall 1.1“  an heißen Tagen à grundwassergekühltes Wasser

-) oder schaltet im „Fall 1.2“ an kalten Sommertagen (mit unter 12°C Morgentemperatur) à auf Heizbetrieb und liefert dann in die Wohnungen aufgeheiztes Wasser, also Wärme.

 

2) die automatische Regelung bestimmter Heizkörper innerhalb der Wohnung:

– Fall 2A (heute nur mehr selten in der Siedlung anzutreffen):

Sofern das Thermostat UND der/die Steuermotoren an den Regelventilen der Haupt-Heizkörper a) überhaupt noch vorhanden sindUND b) alle noch funktionieren oder UND c) das Zimmer-Thermostat richtig auf Sommerbetrieb eingestellt ist

werden die Heizkörper mit motorgesteuerten Ventilen und – nur diese!– automatisch so gesteuert, (i.d.Regel gibt es das nur mehr in einigen Wohnungen an den großen Wohnzimmerheizkörpern)  

à dass diese Heizungskreislaufwasser bis maximal 20°C Wassertempeartur (also kühles Wasser) in die entsprechenden Heizkörper lassen (Ventile öffnen /offen bleiben)

à sollte die Zentrale auf Heizbetrieb gehen, werden alle motorgesteuerten Ventile – und nur diese! – geschlossen. Diese Heizkörper werden dann nicht aufgeheizt.

 

– Fall 2B (der häufigere):

Entweder funktioniert die wohnungsinterne automatische Heizkörper-Steuerung nicht (Plastik-Spindel des Regelrads am Zimmer-Thermostat meist abgebrochen, Steuermotor oder Temperatrurfühler am Heizkörperventil häufig kaputt, etc.)

oder an den Heizkörpern sind nur (mehr) mechanische Handradregler vorhanden:

à Ist so ein Heizkörper aufgedreht, fließt genau das hineinein, was gerade von der Zentralheizung angeliefert wird (gekühltes oder aufgeheiztes Wasser, je nach zentralem Betriebsfall 1.1. (heißer Sommertag) oder 1.2 (kalter Sommertag), sh. Beschreibung oben)

 

Fazit:

1)

Den Kühlbetrieb in unserer Siedlung als überbewertetes Werbemascherl oder Modegag der Bauträger am besten vergessen, vor allem wenn frau/mann verreisen!
Falls auf die theoretischen-fakultativ möglichen geringfügige Abkühlung um 1° oder 2° wirklich Wert gelegt wird, dann angesichts der vielen Einstellungs- und technischen Fehlerquellen jedesmal nach dem Aufdrehen eines Heizkörpers ganz genau prüfen, ob auch wirklich kühles Wasser in den entsprechenden Heizkörper strömt.

 

2)  Dieser Wechselbetrieb im Zentralheizungskreislauf (Wasser runter kühlen, dann wieder aufheizen) führt natürlich bei wechselhaftem Sommerwetter zu überdurchschnittlich hohen Wärmeenergieverlusten / Energieverschwendung im Verteilungsnetz unser Wohnhausanlage, welche wir in unserer Heizkostenabrechnung mitbezahlen.

 

3)

Diese Unzulänglichkeiten bzw. hohe Fehleranfälligkeit insbesondere der wohnugnsinternen Steuerungsystems war der Grund, warum die meisten Haushalte anno 2005 der Empfehlung des BewohnerInnen-Beirats, der Baumängelgruppe und der Hausverwaltung gefolgt sind, alle Heizkörper kostenfrei auf robuste Handregelsteuerung am einzelnen Heizkörper umgestellt haben und auf den automatisch geregelten Kühlbetrieb an den Hauptheizkörpern im Wohnzimmer verzichtet haben. Kühlung per Handregelung an den Einzelheizkörpern unter Beachtung der Empfehlungen von „Fazit 1)“ möglich.

 

Wünsche euch, das „System“ zu beherrschen oder ganz darauf, verzichten zu können!

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